Synaptische Pruning
Der Bildhauer des Gehirns
Ihr Gehirn ist kein statisches Speichergerät; es ist ein dynamischer Garten. Synaptisches Pruning ist der wesentliche Prozess des Unkrautjätens in diesem Garten. Ohne ihn wäre das Gehirn ein chaotisches, überwuchertes Durcheinander von Verbindungen.
Wenn ein Baby geboren wird, explodiert sein Gehirn vor Wachstum. Im Alter von 2 oder 3 Jahren hat ein Kind doppelt so viele Synapsen (Verbindungen) wie ein Erwachsener. Sie lernen alles, aber ihr Gehirn ist unglaublich ineffizient. Sie haben “Rauschen”.
Use It or Lose It
Beginnend in der Adoleszenz und bis ins frühe Erwachsenenalter (Mitte 20) durchläuft das Gehirn ein massives Umstrukturierungsereignis. Es identifiziert die Nervenbahnen, die selten genutzt werden, und eliminiert sie (Pruning). Gleichzeitig stärkt es die Bahnen, die häufig genutzt werden (Myelinisierung).
- Synaptogenese: Bau neuer Straßen (Lernen).
- Pruning: Zerstörung alter, ungenutzter Straßen, um den Verkehr freizumachen (Verfeinerung).
Deshalb ist es für ein Kind einfacher, eine Sprache zu lernen (es hat die rohen Verbindungen), aber schwerer, komplexe exekutive Funktionen zu meistern (ihm fehlt die Effizienz).
Auswirkungen auf die Intelligenz
Pruning ist entscheidend für einen hohen IQ. Intelligenz wird oft durch neuronale Effizienz definiert – mit der geringsten Energie von Punkt A nach Punkt B zu gelangen.
- Über-Pruning: Verbunden mit Schizophrenie (Verlust von zu viel grauer Substanz).
- Unter-Pruning: Verbunden mit Autismus (ein Überschuss an lokalen Verbindungen, der zu Reizüberflutung und Hyperfokus führt).
Dieser Prozess unterstreicht die kritische Bedeutung intellektueller Stimulation während der Kindheit und Jugend. Sie signalisieren Ihrem Gehirn buchstäblich, welche Teile von sich selbst für das Überleben notwendig sind und welche Teile verworfen werden können.