Hyperlexie
Was ist Hyperlexie?
Hyperlexie ist eine faszinierende “Inselbegabung”, bei der sich ein Kind das Lesen weit vor seinen Altersgenossen selbst beibringt – manchmal schon mit 2 oder 3 Jahren – ohne formale Anleitung.
Diese Kinder sind oft besessen davon, Sprache zu entschlüsseln. Sie lesen vielleicht obsessiv Straßenschilder, Müslischachteln und Bücher. Diese mechanische Lesefähigkeit passt jedoch oft nicht zu ihrem Verständnis. Dies ist bekannt als die “Dekodierungs-/Verständnislücke”. Sie können das Wort “Photosynthese” perfekt aussprechen, wissen aber vielleicht nicht, was es bedeutet, oder können keine einfache Frage zu einer Geschichte beantworten, die sie gerade laut vorgelesen haben.
Hyperlexie II vs. III
Forscher unterscheiden oft zwischen Typen:
- Hyperlexie I: Neurotypische Kinder, die einfach sehr früh lesen lernen (selten).
- Hyperlexie II: Tritt als Teil einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) auf. Das Lesen ist eine Besessenheit/Spezialinteresse, oft begleitet von sozialem Rückzug oder sensorischen Problemen.
- Hyperlexie III: Kinder, die “autismusähnliche” Merkmale aufweisen (wie sensorische Empfindlichkeit und intensiver Fokus auf das Lesen), aber aus den sozialen Symptomen “herauswachsen” und als neurotypische, aufgeweckte Kinder enden.
Beziehung zum IQ
Hyperlexie ist stark mit hoher Gedächtniskapazität und Mustererkennung verbunden (Merkmale eines hohen IQ), aber aufgrund der Verständniskluft erfordert sie sorgfältige pädagogische Unterstützung. Es ist ein klassisches Beispiel für ein asynchrones Entwicklungsprofil, das bei vielen hochbegabten Kindern zu finden ist.