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15. November 2025 3 Min. Lesezeit

Gardners multiple Intelligenzen: Warum Muhammad Ali ein Genie ist

Von IQ Archive Research IQ Archiv Untersuchung

Der Fehler im IQ-Test

Standard-IQ-Tests (wie der WAIS) messen den g-Faktor (allgemeine Intelligenz). Sie sind hervorragend darin, akademischen Erfolg und Mustererkennung vorherzusagen. Aber sie sind schrecklich darin vorherzusagen, ob jemand eine Symphonie schreiben, eine komplexe soziale Hierarchie navigieren oder einen Boxkampf gewinnen kann.

1983 schlug der Harvard-Psychologe Howard Gardner die Theorie der multiplen Intelligenzen vor. Er argumentierte, dass das Gehirn separate “Computer” für verschiedene Aufgaben hat. Man kann einen Supercomputer für Mathe und einen Taschenrechner für soziale Fähigkeiten haben.

Die 9 Arten von Intelligenz

1. Logisch-mathematische Intelligenz

  • Der Archetyp: Albert Einstein, Terence Tao.
  • Die Fähigkeit: Logik, Abstraktionen, Denken, Zahlen. Das ist es, was traditionelle IQ-Tests messen.

2. Verbal-linguistische Intelligenz

  • Der Archetyp: William Shakespeare, Winston Churchill.
  • Die Fähigkeit: Sensibilität für die Bedeutung und Reihenfolge von Wörtern. Diese Menschen denken in Geschichten.

3. Räumliche Intelligenz

  • Der Archetyp: Pablo Picasso, Michelangelo.
  • Die Fähigkeit: Die Fähigkeit, die Welt in 3D zu visualisieren. Architekten, Piloten und Schachspieler zeichnen sich hier aus.

4. Musikalische Intelligenz

  • Der Archetyp: Ludwig van Beethoven, Mozart.
  • Die Fähigkeit: Tonhöhe, Rhythmus, Klangfarbe und Ton erkennen. Es ist oft die erste Intelligenz, die auftaucht (Wunderkinder).

5. Körperlich-kinästhetische Intelligenz

  • Der Archetyp: Muhammad Ali, Michael Jordan.
  • Die Fähigkeit: Die Körperbewegungen kontrollieren und Objekte geschickt handhaben. Deshalb ist Ali ein Genie – seine “Verarbeitungsgeschwindigkeit” für körperliche Bewegung lag außerhalb der Skala.

6. Interpersonale Intelligenz (Menschenkenntnis)

  • Der Archetyp: Oprah Winfrey, Abraham Lincoln.
  • Die Fähigkeit: Die Stimmungen, Motivationen und Wünsche anderer verstehen. Wesentlich für Führung.

7. Intrapersonale Intelligenz (Selbstkenntnis)

  • Der Archetyp: Frida Kahlo, Carl Jung.
  • Die Fähigkeit: Sich selbst verstehen. Die eigenen Ängste, Motivationen und Grenzen kennen. Dies ist der Schlüssel zur emotionalen Intelligenz (EQ).

8. Naturalistische Intelligenz

  • Der Archetyp: Charles Darwin.
  • Die Fähigkeit: Flora, Fauna und Artefakte erkennen und kategorisieren. In der modernen Welt übersetzt sich dies oft in das Erkennen von Mustern im Verbraucherverhalten oder in Datenwolken.

9. Existentielle Intelligenz (Der Philosoph)

  • Der Archetyp: Platon, Sun Tzu.
  • Die Fähigkeit: Tiefe Fragen über die menschliche Existenz angehen, wie den Sinn von Leben und Tod.

Warum das wichtig ist

Beim “Genius-Index” geht es nicht nur um den g-Faktor.

  • Muhammad Ali könnte bei einem logischen Test 78 Punkte erzielen, aber bei einem kinästhetischen Test 160.
  • Beethoven könnte mit sozialen Fähigkeiten (interpersonal) kämpfen, aber in der musikalischen Struktur brillieren.

Das Erkennen Ihrer eigenen dominanten Intelligenz ermöglicht es Ihnen, aufzuhören, einen Fisch nach seiner Fähigkeit zu beurteilen, auf einen Baum zu klettern.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Gardners Theorie von der Wissenschaft anerkannt?

Sie ist umstritten. Psychometriker (Leute, die Tests studieren) argumentieren, dass der g-Faktor immer noch mit all diesen Intelligenzen korreliert. Zum Beispiel sind Menschen, die gut in Musik sind, oft auch gut in Mathe. Sie argumentieren, Gardner beschreibe nur “Talente”, keine separaten “Intelligenzen”.

Kann man alle 9 haben?

Leonardo da Vinci ist das engste Beispiel. Er war Experte in Kunst, Anatomie, Ingenieurwesen und Musik. Er ist der ultimative Universalgelehrte.

Welche Intelligenz ist für Geld am wichtigsten?

Studien deuten darauf hin, dass interpersonale Intelligenz (EQ) der höchste Prädiktor für Managementerfolg ist, während logisch-mathematische der höchste Prädiktor für technischen Erfolg ist.

Kann man diese trainieren?

Ja. Im Gegensatz zum g-Faktor, der weitgehend genetisch bedingt ist, können Fähigkeiten wie interpersonale Intelligenz durch Übung erlernt werden.